Mitte September nimmt die private Grundschule des Frieda Lang Hausess ihren Betrieb auf.
Jetzt ist es amtlich: Pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres Mitte September kann die private Frieda-Lang-Haus-Grundschule in Ergersheim ihre Pforten öffnen. Vergangene Woche ist die schriftliche Genehmigung der Regierung von Mittelfranken eingetroffen. Am vergangenen Wochenende haben Eltern, Lehrkräfte und Kinder damit begonnen, die Räume des ehemaligen Kindergartens zu verschönern.
"Wir sind keine Elite-Schule", machte Mekra-Geschäftsführerin Susanne Lang gestern bei einer Pressekonferenz zum offiziellen Start der Schule in drei Wochen deutlich. Wie schon die Montessori-Kindertagesstätte, die von den Unternehmerfamilien vor vier Jahren gegründet wurde, wird auch die Schule allen Kindern offen stehen.
Eingeschult werden hier nach den Ferien 15 Mädchen und Jungen der Altersstufen eins bis drei, zunächst in einer altersgemischten Klasse. Betreut werden sie von zwei Lehrerinnen.
Bis das ganze Projekt unter Dach und Fach war, gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Veränderungen, vor allem was die Unterbringung der einzelnen Einrichtungen des Frieda Lang Hauses betrifft. Nach dem jetzigen Stand werden die Krippenkinder in den bisherigen Räumen auf dem Mekra-Werksgelände bleiben, die Schulkinder werden im Kindergarten untergebracht. Die bis zu Sechsjährigen und die Hortkinder ziehen in die bereits auf dem gegenüberliegenden Grundstück aufgestellten "Container" um. Für sie wäre es in absehbarer Zeit höchstwahscheinlich im dann "ehemaligen Kindergarten" eh eng geworden, denn er ist nur für zwei Gruppen ausgelegt. Wahrscheinlich wird aber in Kürze die 50er-Grenze überschritten, so dass drei Gruppen gebildet werden müssen. Dazu kommen noch 30 Hortkinder.
Jetzt herrscht Erleichterung
Für das mittelständische Unternehmen mit seinem Hauptstandort Ergersheim ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schon seit langem ein wichtiger Bestandteil der Firmenphilosophie. Somit war es nur konsequent, dass nach der Tagesstätte jetzt auch die Grundschule folgt. Außerdem war sie ein dringender Wunsch der Eltern der Kindergartenkinder, wie Ute Stern - sie arbeitet in der Produktion des Herstellers für Nutzfahrzeug-Sichtsysteme und hat einen Sohn, der bisher den Kindergarten des Frieda Lang Hauses besuchte - bestätigt. Sie hatte ihr Kind bereits in einer staatlichen Schule angemeldet, da die schulaufsichtliche Genehmigung für die private Grundschule doch etwas auf auf sich warten ließ und ist "sehr erleichtert", dass ihr Erstklässler jetzt doch die neue Schule in unmittelbarer Nachbarschaft ihres Arbeitsplatzes besuchen kann.
Los geht es am Sonntag, 12. September, mit der Einschulungsfeier. Diese wurde bewusst auf den Sonntag gelegt, damit alle Familienmitglieder, Paten und Geschwister daran teilnehmen können, wie Susanne Lang erklärt.
Unterrichtet und betreut werden die 15 Kinder der Frieda-Lang-Haus-Grundschule von zwei voll ausgebildeten Lehrkräften, Schulleiterin ist Brigitte Wagner, die zuvor an der Hauptschule Bad Windsheim unterrichtete. Im folgenden Schuljahr, wenn die vierte Jahrgangsstufe dazu kommt, werden zwei Klassen (Altersstufen eins und zwei sowie drei und vier) gebildet. Für diese werden jeweils eine Lehrerin sowie eine zusätzliche Erzieherin oder pädagogische Fachkraft zur Verfügung stehen. Auch wenn im Augenblick in der Schule noch einige wenige Plätze frei sind, wird die Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler pro Klasse auf höchstens 20 beschränkt sein: "Viel Zeit für jedes einzelne Kind", gehört zu den Grundprinzipien der kleinen Schule wie auch Brigitte Wagner betont.
Das Konzept der Grundschule orientiert sich an der Pädagogik von Maria Montessori und dem sogenannten Jena-Plan. Der Unterrichtsstoff ist exakt der gleiche wie an jeder staatlichen Grundschule in Bayern. Allerdings wird sie als Ganztagesschule geführt und ist auch während der Ferien geöffnet, auch wenn dann kein regulärer Unterricht stattfindet. So soll in dieser Zeit ein abwechslungsreiches Freizeitprogramm, auch in Zusammenarbeit mit Christian Laubert vom Fränkischen Freilandtheater, angeboten werden, ebenso wie Intensiveriungs- oder Nachholbedarf abgedeckt wird.
Die Ergersheimer Privatschule ist eine Ganztagesschule, der Unterricht beginnt um 8.15 Uhr und endet um 16 Uhr mit einer Obstpause. Bei Bedarf ist eine Betreuung ab 5.30 Uhr und bis abends 18 Uhr möglich. Hausaufgaben wird es keine geben, denn die Zeit, in der die Kinder zu Haus bei den Eltern sind, soll "Qualitätszeit" sein.
Auch wenn eine solche Schule nicht umsonst zu haben ist, über den zur Verfügung stehenden Etat schweigt sich Susanne Lang aus. Finanziert wird das Ganze aus Spenden von der Firma Mekra und ihren Gesellschaftern und diverser Sponsoren. Außerdem gibt es staatliche Zuschüsse für die Lehrer. Nicht zuletzt wird Schulgeld verlangt (dazu ist die gemeinützige Betreibergesellschaft vom Gesetzgeber verpflichtet.) Es wird gestaffelt je nach Einkommen, von 60 Euro monatlich plus 30 Euro Essensgeld bis zu 600 Euro.
Auch wenn die Firma und die Gesellschafter einen erheblichen Teil tragen, ist Susanne Lang überzeugt, dass sich sowohl die Kinderbetreuung als auch die Schule letztlich für das Unternehmen rechnen.